Gehalt & Finanzen

Zuschläge vs. Zulagen: So holst du das Maximum aus deiner Schicht raus

Nahaufnahme einer Lohnabrechnung, daneben liegen Euro-Münzen und ein Taschenrechner

Seien wir ehrlich: Niemand stellt sich nachts um 03:00 Uhr freiwillig an eine Maschine, weil das Neonlicht so schön ist. Wir machen das für das Geld. Doch die Lohnabrechnung ist oft ein Buch mit sieben Siegeln. Was ist steuerfrei? Was darf verrechnet werden? Und warum bekomme ich bei Krankheit weniger? Wir bringen Licht in den Zuschlags-Dschungel.

Viele Schichtarbeiter werfen Zulagen und Zuschläge in einen Topf. Dabei ist der Unterschied im Geldbeutel riesig. Das Verständnis dieser Regeln ist der erste Schritt, um zu überprüfen, ob dein Arbeitgeber dich korrekt bezahlt – oder ob dir jeden Monat bares Geld durch die Lappen geht.

⚠️ Der feine Unterschied
  • Zulagen (Brutto = Netto-Verlust): Sind steuerpflichtig (z.B. Erschwerniszulage, Schichtzulage). Davon gehen Sozialabgaben und Lohnsteuer ab.
  • Zuschläge (Brutto = Netto): Die sogenannten SFN-Zuschläge (Sonntag, Feiertag, Nacht) sind bis zu gewissen Grenzen steuer- und beitragsfrei. 100 € Zuschlag landen also als 100 € auf dem Konto!

1. Die SFN-Zuschläge: Dein Steuer-Geschenk

Der Staat belohnt dich dafür, dass du arbeitest, wenn andere frei haben. Geregelt ist das in § 3b des Einkommensteuergesetzes (EStG).

Das sind die maximalen steuerfreien Sätze, die dein Arbeitgeber zahlen darf (Achtung: Er muss nicht immer so viel zahlen, das regelt der Tarifvertrag!):

  • Nachtarbeit (20:00 – 06:00 Uhr): 25 % steuerfrei.
  • Besondere Nachtarbeit (00:00 – 04:00 Uhr): 40 % steuerfrei (wenn Schicht vor 00 Uhr begann).
  • Sonntagsarbeit: 50 % steuerfrei.
  • Feiertagsarbeit: 125 % steuerfrei (am 1. Mai & Weihnachten sogar 150 %).

2. Der Turbo: Kumulierung (Stapeln)

Jetzt wird es interessant. Darf man Zuschläge addieren?

Grundregel: Sonntag und Feiertag schließen sich aus (du bekommst nur den höheren, also den Feiertag). Aber: Nachtzuschläge kommen immer on top!

Beispiel: Du arbeitest am 1. Mai (Feiertag) nachts um 02:00 Uhr.
Rechnung: 150 % (Feiertag) + 40 % (Nacht) = 190 % steuerfreier Zuschlag.
Bei einem Stundenlohn von 20 € bekommst du also für diese eine Stunde 38 € Netto obendrauf.

3. Schluss mit Kopfrechnen: Lass die App arbeiten

Hand aufs Herz: Wer blickt da noch durch? "Habe ich am Ostermontag ab 00:00 Uhr jetzt Feiertags- oder Sonntagszuschlag? Und was ist, wenn die Schicht in den Dienstag reinläuft?"

Fehler in der Lohnabrechnung sind häufig, weil selbst Personalabteilungen hier durcheinanderkommen.

Genau dafür haben wir den Schicht Verdienst Planer entwickelt. Das Besondere: Du musst nichts rechnen.

  • Automatische Erkennung: Du trägst einfach nur "Nachtschicht" am 1. Mai in den Kalender ein.
  • Im Hintergrund: Die App weiß: "Aha, 1. Mai ist Feiertag, von 20-06 Uhr ist Nacht, ab 0 Uhr ist Kernnacht."
  • Das Ergebnis: Du siehst sofort deine prognostizierten Zuschläge in Euro. Stimmt die Summe auf der Lohnabrechnung nicht mit der App überein? Dann lohnt sich der Gang zum Chef.

4. Die Falle bei Krankheit und Urlaub

Viele Schichtarbeiter wundern sich, warum sie im Urlaub oder bei Grippe plötzlich viel weniger Geld auf dem Konto haben.

Das Lohnausfallprinzip: Gesetzlich steht dir das Entgelt zu, das du verdient hättest, wenn du gearbeitet hättest. Das gilt auch für Zuschläge!

ABER: Steuerfrei sind Zuschläge nur für tatsächliche geleistete Arbeit. Wenn du krank bist oder Urlaub hast, musst du auf die Zuschläge plötzlich Steuern und Sozialabgaben zahlen. Dein Brutto bleibt gleich, aber dein Netto sinkt dramatisch. Lege dafür in guten Monaten Geld zurück!

5. Vorsicht: "Phantomlohn"

Ein Tipp für Profis: Wenn dein Arbeitgeber dir pauschale Zuschläge zahlt (z.B. "jeden Monat 300 € steuerfrei", egal wie viel du nachts arbeitest), ist das brandgefährlich.

Bei einer Steuerprüfung kann das Finanzamt sagen: "Das war keine konkrete Abrechnung!" und fordert für Jahre die Steuern nach. Achte darauf, dass auf deiner Abrechnung die Stunden exakt aufgelistet sind (z.B. "14 Std. Sonntagszuschlag"). Unsere App hilft dir, diese Stunden genau nachzuweisen, falls das Finanzamt fragt.

Fazit: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Zuschläge sind kein Almosen, sondern Schmerzensgeld für deinen Biorhythmus. Schenke dem Arbeitgeber keinen Cent. Nutze digitale Tools, um deine Abrechnung jeden Monat zu prüfen. Ein einziger gefundener Fehler holt oft schon die Kosten für ein ganzes Jahr wieder rein.

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Finanzredaktion SchichtWissen

Expertenwissen zu Lohnsteuerrecht und Tarifverträgen.